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Bildungsakademie des
Landessportbundes
Hessen e.V.

Hessencampus Odenwald Logo3 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit in der Gesundheitsförderung

Seit nunmehr drei Jahren arbeitet die Bildungsakademie des Landessportbundes e.V. mit verschiedenen HESSENCAMPUS-Initiativen erfolgreich am Thema Gesundheitsbildung und Gesundheitsförderung.

Schwerpunktthemen sind vor allem:


In enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Schulen, Volkshochschulen, den Kreisen, Vereinen und auch Sportkreisen sind über diesen Zeitraum etliche Aktionstage für interessierte Lehrkräfte, Berufstätige und Schüler/-innen konzipiert und erfolgreich durchgeführt worden. Teilweise wurden über Jahre Netzwerke mit externen Partnern aufgebaut, die jetzt eigenständig ohne weitere Unterstützung der Bildungsakademie arbeiten. In den Jahren 2009 bis 2011 übernahm die Bildungsakademie hierbei wichtige Initialfunktionen.
Ein großer Schwerpunkt der diesjährigen Arbeit der Bildungsakademie lag im Aufbau der Zusammenarbeit mit dem HESSENCAMPUS Odenwaldkreis (HCO), der sich bereits 2010 mit dem Themenschwerpunkt Gesundheitsförderung an seinem Pädagogischen Tag beschäftigte und das Potenzial dieses Themas für Aufbau und Gestaltung des jungen HESSENCAMPUS, für Schulentwicklung und Qualitätssicherung erkannt hatte.

Mit drei größeren Veranstaltungen vor Ort, im Herzen des HCO in Michelstadt, ging das Team in diesem Jahr an den Start.
 

1. Der Schüler/-innenaktionstag

Im August fand ein Aktionstag für 135 Schülerinnen und Schüler der Theodor-Litt-Schule und des Berufsschulzentrums Odenwaldkreis statt. Berücksichtigt wurden dabei 5. und 6. Klassen sowie die Oberstufenkurse des Beruflichen Gymnasiums. Die beiden Referent/-innen Andrea Wecker und Jimmy Little führten in sensibler kind- und jugendgerechter Weise im Klassenverband in Grundlagen der Gesundheitsförderung ein.
Insgesamt konnten sechs Lerngruppen an dem Angebot teilnehmen. Die beiden Themen „Rückenprävention für einen gesunden Rücken“ und „Lernen in Bewegung“ fanden zeitlich parallel statt.
In einer gemeinsamen Rückblende mit den Referent/-innen und den teilnehmenden Lehrkräften werteten Sigrid Mathern und Frank Obst den überaus erfolgreichen Schüler/-innenaktionstag aus. Die teilnehmenden 135 Schülerinnen und Schüler wurden im Rahmen einer schriftlichen Schülerrückblende zu ihrer Zufriedenheit und ihrem Bedarf an weiteren Veranstaltungen befragt. Durchgängig gab es für beide Referent/-innen und das Konzept der Veranstaltung sehr gute Rückmeldungen. Auch der Wunsch nach Vertiefung verschiedener Themen im Unterricht wurde von den Kindern und Jugendlichen präzise dargelegt. Die Auswertung kann auf Wunsch durch die Autor/-innen zugeschickt werden.
Durch die aktive Teilnahme an den Workshops sollten die Kinder und Jugendlichen die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Bewegung, Konzentration und motiviertem Lernen verstehen lernen. Es erfolgten lebhafte Diskussionen über die wahrgenommenen physischen und psychischen Reaktionen auf Übungen, die Anstrengungs- und Entspannungsphasen beinhalteten. Diese Aussagen wurden genutzt, um mit den Schüler/-innen über den Verlauf und die Entwicklung von Konzentration, körperlichen und psychischen Empfindungen während des Schulvormittages zu sprechen. Die Gespräche und Reflexionen wurden immer wieder durch exemplarische Bewegungsaktivitäten begleitet. Dabei wurden auch die Vorschläge der Schüler/-innen eingebunden. In allen Workshops wurden mit den Schüler/-innen Verabredungen getroffen, die erlernten Übungen in den Schulalltag selbstverantwortlich zu integrieren (z.B. bewegte Pause, selbstverantwortliches Lüften, Übernahme kleiner Übungen zur Rückenstärkung)
 

2. Die Lehrer/-innenfortbildung

Ebenfalls im August fand eine schulpraxisorientierte halbtägige Lehrer/-innenfortbildung im Anschluss an den Unterricht statt. Knapp dreißig KollegInnen fanden den Weg an das Berufsschulzentrum Odenwaldkreis. Im Titel der Veranstaltung lag schon ein Versprechen:  Bewegte Körper – Schlaue Köpfe
Move to learn – Lernen in Bewegung
Dabei ging es um die Inhalte „Lebenswelt ist Bewegungswelt“ Wie muss man sich die Zusammenhänge zwischen Bewegung und Lernen vorstellen? Move to learn – Lernen in Bewegung – Bewegung und Hirnreifung und die Bedeutung rhythmisierten Unterrichts im Rahmen von Lern- und Gesundheitsförderung.
In einer munteren Abfolge von theoretischem Input und praktischen Übungen konnte Referent Jimmy Little einen überzeugenden Beitrag zur Gesundheitsprävention und zum Zusammenhang von praktizierter Gesundheit im Unterricht und Unterrichtsverlauf und -erfolg leisten.
Dabei verdeutlichte der Referent die Zusammenhänge zwischen Bewegung und Lernen in der Schule. Die persönlich wahrgenommenen schulischen Belastungssituationen und der bisherige Umgang damit bildeten einen wichtigen Fokus der Veranstaltung und trugen zu einem fruchtbaren Bewusstseinsbildungsprozess bei den Lehrkräften bei. In wieweit Bewegung als alltaugstaugliches Unterstützungselement an den Schulen bereits erfolgreich integriert ist, war eine weitere Fragestellung. Hierbei spielten die eigenen Erfahrungen als Ausgangspunkt für weitere Überlegungen wiederum eine große Rolle.
Vorteile, Risiken und Probleme hinsichtlich der Umsetzung wurden erörtert. Es wurden Vorschläge erarbeitet, mit welchen einfachen Methoden eine Rhythmisierung des Unterrichts auch umsetzbar ist (bewegte Pausen, dynamisches Sitzen, Stehen etc.).
Exemplarische Bewegungselemente in der Gesamtgruppe rundeten die Fortbildung ab (z.B. die bewegte Pause).
Durch Lehrmaterialien zur Unterstützung einer bewegungsorientierten Rhythmisierung im Unterricht wurden die Lehrkräfte in die Lage versetzt, auch eigenständig an der Umsetzung weiter zu arbeiten.
Die Auswertung der Lehrer/-innenfortbildung „Bewegte Körper – Schlaue Köpfe“ am 10. August führten Frank Obst und Sigrid Mathern anhand eines offenen Feedbackbogens durch. Die Rückmeldungen zur Veranstaltung waren hervorragend. Alle Teilnehmenden wünschten sich, weiterhin regelmäßig professionell am Thema Gesundheitsförderung miteinander zu arbeiten. Die Ergebnisse der Auswertung sowie die gewünschten inhaltlichen Schwerpunkte können bei den Autoren erfragt werden.
 

3. Der Aktionstag Lehrer/-innengesundheit

Aktionstag LehrergesundheitVon langer Hand durch ein kleines Team vorbereitet, fand am Samstag, dem 29.10.2011 in den Räumlichkeiten der Theodor-Litt-Schule unter der Schirmherrschaft des Ersten Kreisbeigeordneten Oliver Grobeis der erste Aktionstag Lehrer/-innengesundheit im HESSENCAMPUS Odenwaldkreis statt (Foto: Die Teilnehmer/-innen lauschen den einleitenden Worten des Schulleiters der Theodor-Litt-Schule Dieter Weis).

 

Schwerpunkt der Großveranstaltung für Lehrkräfte aller Schulformen war das Thema Gesundheitsförderung mit der Aufgabenstellung:
„Gute gesunde Schule entwickeln und mit Lehrergesundheit Schulqualität sichern“


Verschiedene wissenschaftliche Studien und auch die Statistiken diverser Krankenkassen zeigen, dass Lehrkräfte in ihrer Arbeit besonderen Belastungen psychischer und physischer Art ausgesetzt sind. Der Gesundheitsstatus belegt deutlich, dass viele Schulen überlastet sind, Lehrkräfte mit ihren gestiegenen Anforderungen überfordert sind und häufig an ihrer physischen und psychischen Grenze arbeiten.
Dr. Birgit Nieskens von der Leuphana Universität Lüneburg gab in ihrem Eröffnungsvortrag einen Überblick zur Gesundheitslage der Lehrkräfte an Schulen in Deutschland. Schon seit längerem wird in wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt, dass Lehrkräfte eine hohe Arbeitsbelastung unter oft ungünstigen Arbeitsbedingungen schultern müssen, mit den entsprechenden Folgen für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Lehrkräfte.
Zugleich sagen drei Viertel der Lehrkräfte aus, dass sie den Beruf des Lehrers/der Lehrerin wieder wählen würden, könnten sie sich noch einmal entscheiden.
Lothar BrillWoher kommen diese Widersprüchlichkeiten und wie kann es gelingen, Lehrkräfte über die Berufszeit gesund und zufrieden zu erhalten?
Fest steht für die Disziplinen Erziehungswissenschaft und Psychologie, dass psychisches und physisches Wohlbefinden Lern-, Bildungs- und Arbeitsprozesse fördert. So lernen und arbeiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene dann besser und verfügen über ein höheres Selbstbewusstsein, eine höhere Zufriedenheit und ein größeres Vertrauen in die eigenen Gestaltungskräfte und Fähigkeiten, wenn sie sich wohl, gesund und angenommen fühlen. Das Gefühl der Selbstwirksamkeit wirkt sich positiv auf die Leistungsmotivation der Lehrkräfte und der Schüler/-innen aus. Angst, Hilflosigkeit, Ohnmacht und Ausgeliefertsein wirken sich hingegen negativ auf die eigene Gesundheit und auf Lehren und Lernen aus.
Ein gutes soziales Lernklima mit ehrlichen wertschätzenden Interaktionen wirkt sich günstig auf die Beteiligung an Lehr- und Lernprozessen aus.
Folgt man Dr. Nieskens so lautet die Aufforderung an die Schulleitungen und Steuergruppenmitglieder demnach:
Nehmen Sie Gesundheitsmanagement als Teil der Schulentwicklung aktiv wahr! Gesundheitliche Belange sollen in allen Entscheidungs- und Planungsprozessen mitgedacht werden, um Gesundheitsförderung nachhaltig in der Schule zu verankern.
Die Förderung der Gesundheit durch ein gutes Gesundheitsmanagement ist Garant für die Qualität, Innovationsfähigkeit und Leistungsfähigkeit einer Schule. Sie ist eine wesentliche Grundlage für die Entfaltungsmöglichkeiten jedes Lernenden und jeder Lehrkraft.
In der anschließenden durch die Autoren moderierten Expertenrunde stand Frau Dr. Nieskens den Schulleitungsteams beider Schulen, interessierten Kolleginnen und Kollegen sowie der Gesundheitsbeauftragten eines Schulamtes für vielfältige Fragen zur Verfügung. Gemeinsam erarbeiteten sie Wege zur Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen für den schulischen Kontext und die weitere Entwicklung der HESSENCAMPUS-Modelle, die im kommenden Jahr bearbeitet und praktisch umgesetzt werden sollen.
Für uns Autoren steht als Fazit fest:
Martin PendzialekSoziales Lernen, Gesundheitsförderung und Achtsamkeit sind untrennbar miteinander verbunden und im Rahmen ganzheitlicher Erziehungs- und Bildungsprozesse curricular zu verankern, da sie eine Grundvoraussetzung jeder Menschwerdung im Rahmen Lebenslangen Lernens darstellen.
Die nachfolgenden Workshops „Aufbau von Lebensenergie durch Qigong, Taijiquan und Traditionelle Chinesische Medizin“, „Quick relax“ und „Power durch Yoga“ sowie der Praxisworkshop „Gesundes Essen-fitte Lehrer/-innen“ boten vielfältige praxisbezogene Anregungen, um das eigene Wohlbefinden zu erhalten und an der eigenen Gesundheitsqualität zu arbeiten. (Foto Mitte: Zufriedene Gesichter beim „Quick relax“-Workshop mit Lothar Brill; Foto unten: Workshop Aufbau von Lebensenergie durch Qigong, Taijiquan und Traditionelle Chinesische Medizin mit Martin Pendzialek).
Im schriftlichen Feedback der Teilnehmer/-innen zeigte sich eine sehr hohe Zufriedenheit mit der Veranstaltung und das durchgängige Interesse, weiterhin an diesen Themen zu arbeiten.
Unser herzliches Dankeschön richtet sich an alle helfenden Hände und hierbei insbesondere an die Schülerinnen und Schüler der Theodor-Litt-Schule, die jederzeit hilfreich zur Seite standen und an den Sportkreis Odenwald, vertreten durch den Vorsitzenden Klaus-Dieter Neumann und seinen Vorgänger im Amt und Ehrenvorsitzenden Wolfgang Schmucker, der uns kostenfrei seinen Spielgerätepool zur Verfügung stellte.

Dr. Sigrid Mathern/Dr. Frank Obst
Alle Fotos: Eugen Finke